Bauen, wohnen und vermieten in Freigericht

Unser Bürgermeister Dr. Eitz im Gespräch

Herr Dr. Eitz, vorweg herzlichen Dank für Ihre Zeit und Ihr Einverständnis, dieses Interview zu geben.

Als Bürgermeister von Freigericht wissen Sie, dass unsere Gemeinde zu den populärsten im Main-Kinzig-Kreis gehört. Die ideale Lage zwischen Rhein-Main-Gebiet und Spessart kommt bei Frankfurt-Pendlern als auch gleichzeitig Naturliebhabern sehr gut an. Freigericht hat daher schon seit einigen Jahren einen stetigen Anstieg an Neubürgern zu verzeichnen.

Wie sehen Sie demzufolge die demografische Entwicklung insbesondere im Hinblick auf die Wohnraumsituation in Freigericht?

Bürgermeister Dr. Eitz

Dr. Eitz: Zunächst vielen Dank für die Möglichkeit, mich zu dem wichtigen Thema „Bauen, wohnen und vermieten in Freigericht“ hier in diesem Rahmen äußern zu können.

Als Bürgermeister freut es mich natürlich, dass unsere Gemeinde bei seinen Alt- als auch Neubürgern auf der Beliebtheitsskala stetig steigt. Die Nähe zu Frankfurt schlägt bei der Attraktivität des Standortes sicherlich stark ins Gewicht. Doch auch Freigericht selbst punktet insbesondere durch die Europaschule, ein dichtes Netz an Krippen und Kitas, hoher Vereinsdichte, etc. um nur einige Aspekte zu nennen, insbesondere bei Familien mit Kindern.

Infolgedessen wächst die Gemeinde, was sich an den Neuanmeldungen von Erstwohnsitzen ablesen lässt. Leider korreliert die hohe Nachfrage nach Wohnraum, insbesondere qualitativ hochwertigem Wohnraum, mit dem geringen Angebot an Mietwohnungen oder auch zum Verkauf stehenden Immobilien. Angebot und Nachfrage halten sich schon seit einigen Jahren nicht die Waage und es ist mit einer weiteren Verschlechterung der Lage zu rechnen.

Darüber hinaus steigt das Durchschnittsalter der Freigerichter Bevölkerung stetig an. Demzufolge wird auch der Anteil an älteren und ggfs. pflegebedürftigen Personen ebenfalls zunehmen. Der Zuzug von jungen Familien wird diesen signifikanten Trend nicht aufhalten können. Schon jetzt kann die Gemeinde einen erhöhten Beratungsbedarf an Pflegedienstleistungen verzeichnen. Die Folgen werden vorrangig auf dem Wohnungsmarkt sichtbar werden. Die Nachfrage nach barrierearmen oder barrierefreien Wohnungen wird weiter stark ansteigen. Es wird voraussichtlich lange dauern, bis der Bedarf ausreichend gedeckt ist.

 

Neben dem Anstieg des Durchschnittsalters der Freigerichter Bevölkerung sprechen Sie insbesondere den Wohnraummangel an, den das gesamte Gemeindegebiet betrifft. Worin sehen Sie die Lösung, um dem entgegenzuwirken?

Dr. Eitz: Zum einen liegt eine der Lösungen sicherlich darin, Leerstandsimmobilien dem Markt zurückführen. Viele Wohnungen sogar ganze Häuser stehen in Freigericht leer, und dies teilweise schon über einen längeren Zeitraum hinweg. Es gibt bedauerlicherweise eine beachtlich hohe Anzahl an Menschen, die ihre Wohnungen und Häuser lieber leer stehen lassen und gar nichts unternehmen, anstelle sie dem Markt anzubieten. Die Gründe dafür sind vielfältig: Ob es der zuzsätzliche Arbeitsaufwand ist, den das Vermieten mit sich bringt, oder die Sorge, an nachlässige Mieter zu kommen – die Bandbreite an Klischees und Meinungen hinsichtlich der Vermieterei ist umfangreich. Dieser Umstand verschärft die prekäre Situation auf dem Wohnungsmarkt. Infolgedessen hat ein wachsender Teil der Bevölkerung bedeutende Schwierigkeiten, eine attraktive und gleichzeitig bezahlbare Wohnung zu finden. Und dies, obwohl viele Anfragen durch Mietinteressenten durch genau diese leerstehenden Immobilien bedient werden könnten.

Die zweite Lösung liegt zum anderen ganz klar im Neubau von qualitativ hochwertigem Wohnraum, der, wie wir alle wissen, dringend gebraucht wird. Insbesondere, wenn man Wert auf eine barrierefreie Ausführung legt, findet man im Neubau einen wichtigen Ansatz. Bei Bestandsimmobilien ist der Umbau nur durch erhöhten Aufwand zu bewerkstelligen.

Durch die Aufstellung von Bebauungsplänen und damit der Schaffung von Bauland, legt die Gemeinde den Grundstein für den Neubau.

Der Neubau ist in Deutschland stark reguliert, weshalb viele potentielle Bauherren nicht nur vor dem Bauen selbst zurückschrecken, sondern vor allem auch vor dem Dschungel der Bürokratie. Inwieweit hilft die Gemeinde jungen Bauherren, sich im Dickicht zurechtzufinden?

Dr. Eitz: Bauen ist ein komplexes Thema – Das wissen Sie besser als ich. Die Gemeinde bietet innerhalb des Bauamtes daher die Möglichkeit, Beratungstermine in Anspruch zu nehmen, um die Bebaubarkeit von Grundstücken oder Umbauprojekte auf ihre Realisierbarkeit zu prüfen. Als erste Anlaufstelle bekommt man dort sachkundige Antworten, inwieweit das eigene Projekt Aussicht auf Erfolg hat. Zu den regulären Sprechzeiten stehen die Türen des Bauamtes jederzeit offen. Gerne können auch Beratungstermine vorab vereinbart werden.

 

Insbesondere jüngere Bauherren oder Baufamilien informieren sich gerne vorab übers Internet. Hat die Gemeinde Planungen, verstärkt digital aufzutreten?

Dr. Eitz: Der Internetauftritt der Gemeinde wird insgesamt umfassend überarbeitet und interaktiver gestaltet werden. Insbesondere die Bedienerfreundlichkeit wird optimiert werden, vor allem auch für Smartphone- und Tablet-Nutzer. Neben dem reinen Informationscharakter seitens der Gemeinde und ansässiger Unternehmen soll die Webseite vorrangig dazu dienen, um Anträge und Unterlagen digital einreichen zu können. Prozesse und Abläufe müssen schneller und effizienter gestaltet werden. Demzufolge wird auch das breite Thema „Bauen, Wohnen und Vermieten“ entsprechend ausführlich auf der Webseite behandelt werden, wodurch hoffentlich, die Hemmschwelle, selbst Bauherr zu werden und damit selbst ein Stückweit dem Wohnungsmangel entgegen zu wirken, sinken wird.

Um nochmal auf Leerstandsimmobilien zurückzukommen: Sie wünschen sich, dass mehr Freigerichter Eigentümer, die bisher ihre Wohnung oder Haus haben leer stehen lassen, sich zumindest mit dem Gedanken des Vermietens auseinandersetzen. Wie sieht Ihr Appell als Bürgermeister an die Eigentümer aus, diesen Schritt zu unternehmen?

Dr. Eitz: Natürlich gibt es bisher keine gesetzlich geregelte Vermietungspflicht. Ich würde mir daher wünschen, dass der eine oder andere private Immobilieneigentümer die Not vieler Familien und anderer Wohnungssuchender wahrnimmt, und zumindest aus moralischer Sicht, von sich aus mit dem Gedanken spielt, den Schritt in die Vermietung zu wagen. Für einen älteren Menschen, der noch eine Wohnung im Haus frei hat, kann es darüber hinaus durchaus eine Bereicherung sein, diese Wohnung an eine junge Familie zu vermieten. Junge Leute bringen Leben ins Haus und können sicherlich bei dem einen oder anderen kleinen Handgriff behilflich sein. Das generationenübergreifende Wohnen, so wie man es von früher kennt, findet wieder seine Berechtigung. Es wirkt sich positiv auf das Wohlbefinden aller Altersklassen aus, womit man zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen hätte.

Da gebe ich Ihnen vollkommen Recht. Jetzt haben wir viel über leerstehende Immobilien und Vermietung gesprochen. Wie Sie selbst schon angesprochen haben, gibt es auch viele leerstehende Häuser oder Häuser, die nur von einer alleinstehenden Person bewohnt werden. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach Einfamilienhäusern sehr groß.

Dr. Eitz: Ja, richtig. Gerade Familien wären dankbar, wenn sie eine gut erhaltene Bestandsimmobilie renovieren und in die Gegenwart überführen könnten. Ein Haus wird durch langen Leerstand, wenn auch nur vereinzelter Etagen, in Mitleidenschaft gezogen. Auch der Garten drum herum gleicht nach einigen Sommern ohne Pflege eher einer Wiese als einer einladenden Eingangssituation. Dies ist insgesamt unansehnlich, nicht nur für direkt betroffene Nachbarn, sondern auch insgesamt für das gemeindliche Erscheinungsgebiet. Falls man sich gegen das Vermieten entschieden hat, dann ist evtl. der Verkauf der Immobilie eine Lösung für alle Beteiligten: Für den Verkäufer, da er sich von dem Ballast einer zu großen Immobilie trennt und für den oder die Käufer, weil sie endlich eine neue Bleibe finden. Wie man eine Immobilie angemessen für den Vertrieb aufbereitet und mit Wertschätzung und Respekt veräußert, das muss ich Ihnen nicht sagen. Eigentümern, die mit Skepsis und vielleicht auch anfänglicher Überforderung dem Verkauf gegenüberstehen, können Sie durch Immobilienexpertise, einem umfassenden Beratungsangebot sowie dem entsprechenden Einfühlungsvermögen sicherlich die Angst vor diesem Schritt nehmen.

Danke für die Blumen! So wie jeder Kunde individuell ist, ist es auch jede Immobilie. Das macht das Aufgabenfeld umfassend und vielfältig. Gleiches trifft auf die Gemeinde ebenso zu. Wie gelingt es Ihnen, für verschiedene Zielgruppen den Standort Freigericht anziehend zu gestalten, um ein buntes Bevölkerungsbild entstehen zu lassen?

Dr. Eitz: Unser oberstes Ziel ist es, dass sich alle Generationen und sozialen Schichten in Freigericht eine bezahlbare Bleibe leisten können und sich bei uns wohlfühlen. Gerade die Diversität innerhalb der Bevölkerung macht die Vielfalt und damit Attraktivität einer Gemeinde aus. Aus diesem Grund beraten wir derzeit u.a. auch eine Vergabematrix, d.h. ein festgelegtes Punktesystem für die Vergabe von Grundstücken im Bereich der ehemaligen Lederfabrik in Bernbach. Diese Vergabematrix ist ein Prototyp und soll bei erfolgreicher Anwendung bei nachfolgenden Projekten erneut zum Einsatz kommen – wobei die jeweiligen Gegebenheiten berücksichtigt werden.

 

Ein erfreuliches Thema zum Schluss: Freigericht feiert nächstes Jahr 50-jähriges Gemeindejubiläum. Trotzdem gibt es immer noch große Unterschiede zwischen den einzelnen Ortsteilen. Wie begegnet man der Heterogenität?

Dr. Eitz: Es ist nicht das erklärte Ziel, das gesamte Gemeindegebiet zu vereinheitlichen. Durch gezielte Planungen sowie Ausgleichsmaßnahmen durch Schaffung von Mobilität soll vielmehr die Attraktivität einzelner Standorte angehoben werden. Zum Beispiel das neue Quartier zwischen Bernbach und Altenmittlau, um nur eins zu nennen. Durch den geplanten Neubau der Kindertagesstätte sowie das gemeinsame Bernbacher und Altenmittlauer Feuerwehrhaus wachsen beide Ortsteile zukünftig nicht nur ein Stück physisch zusammen, es entsteht darüber hinaus ein solidarisches Bewusstsein bei den Bürgern beider Ortsteile. Gleichzeitig deckt man durch die Ausweisung von Baugrundstücken innerhalb dieses neuen Quartiers die Nachfrage nach rarem Bauland und erreicht damit das, was ein Viertel erst lebenswert macht, nämlich den Zuzug und das Zusammenleben seiner Bewohner.

 

Herr Bürgermeister Dr. Eitz, ich danke Ihnen für Ihre Zeit und dieses Gespräch.

Die Zukunft des Wohnens

Was bedeutet der demografische Wandel für die Immobilienbranche?

Als einer der Schlagwörter der Jahrtausendwende begleitet uns der demografische Wandel mehr denn je in unserem Alltag: Technische Entwicklungen, Freizeitangebote, Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie, Marketing- und Verkaufskonzepte und nicht zuletzt die Immobilienbranche passen sich den wandelnden Strukturen einer immer älter werdenden Gesellschaft an.

Doch wer sind sie, die neuen „Alten“?

Altern bedeutet heute längst nicht mehr, sich in den Ruhestand zu verabschieden. Das von vielen gefürchtete Szenario einer vergreisenden Gesellschaft weicht zunehmend einem neuen Altersbild. „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ sang nicht nur Udo Jürgens, denn die „neuen“ Alten werden nicht nur älter. Durch den Anstieg der Lebenserwartung sind sie selbst im hohen Alter agil, unternehmungsfreudig und technisch bewandert. Das Leben auf lange Sicht selbstbestimmt gestalten zu können, rückt in den Fokus – auch und gerade im eigenen Zuhause!

 

Anders wohnen im Alter

Auch die Immobilienwelt überdenkt ihre Konzepte. Wie sehen die Wohnformen von morgen aus? Wo können ältere Menschen langfristig unabhängig leben ohne auf Hilfe von außen angewiesen zu sein?

Über lange Zeit stand der „Versorgungsgedanke“ für ältere Menschen mit Einschränkungen im Vordergrund – weniger der Wohlfühlfaktor.

Die Betreuung der älteren Bevölkerung fand am Rande der Gesellschaft in Form von Senioren- und Pflegeheimen oder anderen Sonderwohnformen statt. Das Älterwerden wurde tabuisiert und verdrängt. Man hoffte insgeheim darauf, dass man selbst möglichst lange von den einhergehenden Veränderungen nicht betroffen sein würde.

Dass das unabhängige, generationenübergreifende Wohnen auf lange Sicht das Ziel der Mehrzahl der Älteren ist, wurde erst spät von Politik, Wohnungsbaugesellschaften und Investoren erkannt. Langsam findet ein Wandel statt, doch das Angebot hinkt der Nachfrage hinterher.

In der Konsequenz fehlt es heute an attraktiven, zeitgemäßen Immobilien für diese Bevölkerungsgruppe. Bis der Bedarf an barrierearmen- oder -freien Wohnungen ausreichend gedeckt ist, werden noch einige Jahre vergehen. Doch nicht nur das: Bis diese Art der Wohnform aus ihrer verstaubten Nische für die Älteren heraustritt und als die Wohnform für die breite Gesellschaft wahrgenommen wird, ist noch einiges an Aufklärungsarbeit zu leisten. Chic, nachhaltig, mitten im Leben – so möchte man nicht erst morgen, sondern schon heute wohnen!

 

  • Anhaltend sinkende Geburtenrate
  • Anstieg Lebenserwartung dank medizinischem Fortschritt und steigendem Lebensstandard
  • Auswirkungen auf Kranken- und Rentensystem, Gesundheitswesen, Arbeitsmarkt, Infrastruktur, Wohnformen
  • Zuzug aus Krisengebieten und Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU werden Alterungsprozess voraussichtlich nicht aufhalten
  • Prognose 2060:
  • 34 % der Bevölkerung 65 Jahre und älter
  • 50 % 20 bis 65 Jahre
  • 16 % unter 20 Jahre
  • Auswirkungen für Immobilienwirtschaft: Anpassung heutiger Wohnformen und Baustrukturen


Wie ist die Antwort der Immobilienwirtschaft?

„In der Praxis der Wohnungswirtschaft sollten die verschiedenen Bevölkerungsgruppen gemeinschaftlich betrachtet werden. Dies ist jedoch leider meistens immer noch nicht der Fall: Singlehaushalte, Familien, Einkommensschwächere, Luxuswohnungen,… – Die Bevölkerung wird in Zielgruppen eingeteilt. Die Zusammensetzung der Haushalte verändert sich jedoch über die Jahre hinweg, genauso wie die Ansprüche der Bewohner. Bei Eigentümern als auch Mietern besteht daher das große Bedürfnis, so lange wie möglich in der Wohnung oder dem Haus wohnen bleiben zu können ohne sich verändern zu müssen. Dies wird vielmehr von der Immobilie eingefordert.

Es ist bedauerlich für einen älteren oder eingeschränkten Bewohner, realisieren zu müssen, dass die aktuelle Wohnsituation nicht mehr tragbar ist und nur durch einen Umzug gelöst werden kann.


Die Bleibe, die bleibt

Die Entwicklung neuer Wohnkonzepte, die sich wandelbar an die aktuellen Bedürfnisse eines jeden Alters anpassen lassen, stellen die Lösung für die Immobilienwirtschaft dar. Die Grundlage dafür besteht in der Barrierefreiheit, die von Anfang an gegeben sein muss.

Barrierefreiheit – ein Modebegriff oder echter Mehrwert?

Generationenübergreifend profitieren alle Bewohner von Maßnahmen zur Barrierefreiheit. Sei es die richtige Breite von Türdurchgängen, schwellenlose Balkonzugänge, stufenlose Wege, leicht bedienbare Fenster und Türen, rutschhemmende Oberflächen, sichere Griffe, angepasste Arbeitshöhen und Beleuchtungen usw. Dieser neue Standard kommt nicht nur einem älteren Menschen zugute, sondern ist allgemein sehr benutzerfreundlich.

Führt mehr Technik automatisch zu mehr Selbstbestimmung?

Die technische Ausstattung im Wohnumfeld hat in den letzten Jahren stark zugenommen – Tendenz steigend. Wenn die Menschen von der zunehmenden Technisierung profitieren können, steigt automatisch deren Akzeptanz. Insbesondere die Generation 65+ findet mehr und mehr Zugang zu Smartphones und sozialen Medien. Ist diese Hürde erstmal genommen, ist der Weg zum Smart Home nicht nur schneller, sondern auch weitaus leichter zu gehen.

Studien haben ergeben, dass ältere Menschen, auch diejenigen, die schon die 80 überschritten haben, durchaus bereit und in der Lage sind, mit diesen Techniken umzugehen und davon zu profitieren. Stehen Bedienerfreundlichkeit, Nutzen und Komfort im Einklang miteinander führt dies automatisch zu mehr Selbstbestimmung und Zufriedenheit.

Viele frühere Neuerungen, wie bspw. das Navigationsgerät, wurden anfangs stark kritisiert, sind heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Den Smart-Home-Lösungen wird es irgendwann genauso ergehen. Oder wer von Ihnen möchte nicht in einem wohltemperierten Haus , stets frisch belüftet mit dem optimalen Lichteinfall wohnen?

 

Es zeichnet sich stark ab, dass das Segment Wohnimmobilien durch den demografischen Wandel mit die größten Veränderungen durchmachen wird. Das Defizit an attraktiven, barrierefreien Wohneinheiten, die funktional und gleichzeitig ästhetisch ansprechend sind, lässt sich nur durch verstärkte Neubau- und Umbautätigkeiten ausgleichen.

Die Erbimmobilie

Hilfe, ich habe geerbt! – Worauf es jetzt ankommt

Jedes Jahr wird in Deutschland ein Vermögen vererbt, ein Großteil besteht daraus aus Immobilien. Neben der Verarbeitung des Verlustes eines geliebten Menschen bringt ein Todesfall viele bürokratische Hürden für die Hinterbliebenen mit sich. War der Verstorbene Eigentümer einer oder mehrerer Immobilien, stellen sich die Angehörigen schnell die Frage, was mit dem Haus oder der Wohnung passieren wird. Eine leerstehende Immobilie entwickelt sich in kurzer Zeit zu einem Fass ohne Boden. Laufende Kosten machen sich in der Haushaltskasse der Erben unangenehm bemerkbar. Um nicht unnötig Geld zu verschwenden, sollte daher kurzfristig über den weiteren Verlauf der Immobilie entschieden werden. Soll verkauft werden, vermietet man oder zieht einer der Erben sogar selbst ein?

Wer hat eigentlich geerbt? – Denn nur der Erbe darf entscheiden!

Hatte der Verstorbene vorgesorgt und ein Testament oder einen Erbvertrag aufgesetzt, stellt sich die Angelegenheit prinzipiell einfach dar: Die Immobilie geht auf die genannte Person(en) über. Umgekehrt können im Testament auch bestimmte Personen vom Erbe ausgeschlossen werden, wodurch lediglich der Pflichtteil zum Tragen kommen würde. Existiert kein Testament, greift die gesetzliche Erbfolge.

Die Erbengemeinschaft – oder vorprogrammierter Streit?

Sobald mehrere Personen anteilig Erben einer Immobilie werden, spricht man von einer Erbengemeinschaft. Als Alleinerbe haben Sie das Recht, nach Ihren persönlichen Vorstellungen zu handeln und mit der geerbten Immobilie zu tun oder zu lassen, was Sie möchten. Bei einer Erbengemeinschaft hingegen sind die Mitglieder, auch Miterben genannt, nur gemeinsam handlungsbefugt. Wurden Details im Testament oder Erbvertrag durch den Verstorbenen geklärt, bleiben der Erbengemeinschaft viel Kommunikation und im Zweifelsfall lästige Erbstreitigkeiten erspart. Lässt sich innerhalb der Erbengemeinschaft keine Einigung finden, ist die Zwangsversteigerung der letzte Ausweg.

 

In Erbengemeinschaft muss immer Einigkeit herrschen.

Einzelner Miterbe darf über Verwertung der Immobilie nicht bestimmen.

Miterbe darf nicht seinen Anteil einfordern, falls Erbengemeinschaft nicht einverstanden ist.

 

Der richtige Umgang mit der geerbten Immobilie – respektvoll

Glücklicherweise kann sich die Mehrheit der Erbengemeinschaften auf eine gemeinsame Meinung verständigen. Da die Vermietung für eine Vielzahl der Menschen unattraktiv ist und dies innerhalb einer Erbengemeinschaft zudem schwer umsetzbar ist, einigt man sich in der Regel auf den Verkauf der Immobilie. Doch wie verkauft man eine Immobilie, mit der man zum einen emotional verbunden ist und die zum anderen schon bessere Zeiten gesehen hat?

Viele Erbimmobilien, gerade im Bereich der Einfamilienhäuser, wurden über Jahrzehnte von ihren früheren Eigentümern gehegt und gepflegt. Trotzdem entsprechen Architektur und Möblierung nicht mehr dem heutigen Stand. Sie spiegeln vielmehr das Leben einer anderen Generation wider.

 

Insbesondere junge, berufstätige Familien wollen einziehen und sich direkt wohlfühlen.

Gerade junge Familien, die sich in der „Nestbau-Phase“ befinden und die größtmögliche Käuferzielgruppe von Erbimmobilien ausmachen, können sich schwer mit dem Stil vergangener Zeiten identifizieren. Da bei den meisten jungen, berufstätigen Eltern zudem stetiger Zeitmangel herrscht, würde durch den Kauf eines renovierungsbedürftigen Hauses eine zusätzliche Belastung für die Familie entstehen. Viele ziehen es daher vor, eine Immobilie zu kaufen, in der möglichst wenig Arbeit auf sie wartet.

Da generell die wenigsten Menschen über ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen verfügen, um sich die Immobilie im renovierten/sanierten und modern möblierten Zustand ausmalen zu können, kann die Vermarktung eines alten Hauses eine langwierige Herausforderung für die oder den Erben darstellen.

Emotionale Verbundenheit ist hinderlich für den Immobilienverkauf.

Insbesondere Erben, die sehr nahe Angehörige verloren haben, fühlen sich sehr stark mit der Immobilie verbunden. Vielleicht handelt es sich um ihr Elternhaus oder um eine Wohnung, in der sie in Ihrer Kindheit viel Zeit verbracht haben? In der sie gelacht, geweint, gespielt haben – viele Erinnerungen werden in diesen Zeiten wach. Diese Menschen benötigen einen Anstoß, um die notwendige emotionale Distanz zu der Immobilie aufbauen zu können – eine Voraussetzung für den Verkauf.

 

Home Staging – für den Generationenwechsel

Home Staging (engl. für Aufbereitung von Immobilien für Vermarktungsphase), so wie wir es ausführen, setzt diesen Anstoß. Die Menschen erleben ihr „altes“ Haus auf eine neue Art und Weise. Sehen es erstrahlt im frischen Glanz, bereit für die nächste Generation. Für viele unserer Kunden steht nicht der Verkauf an sich im Zentrum, sondern das Abschiednehmen können.

Dass man bei aufbereiteten Immobilien die Vermarktungszeiten rasant verkürzen und gleichzeitig bestmögliche Verkaufspreise erzielen kann, ist für diese Kunden lediglich ein schöner Nebeneffekt. Viel wichtiger ist ihnen der respektvolle Umgang mit dem Haus, seinen Bewohnern und deren persönlicher Geschichte – eine große Verantwortung, die wir gerne tragen.

Sie möchten Ihr Haus privat verkaufen?

Sieben goldene Regeln für einen erfolgreichen Immobilienverkauf

„Mein Schwager hat letztes Jahr sein Haus auch selbst verkauft. Das war gar nicht schwer! Und den Preis, den werde ich sicherlich überbieten können!“ Aussagen dieser Art hört man in Zeiten eines sehr verkäuferfreundlichen Marktes regelmäßig. Immobilien, die noch vor einigen Jahren als unverkäuflich galten, finden nun starke Nachfrage zu nie dagewesenen Preisen. Da stellen sich viele Immobilienbesitzer berechtigterweise die Frage: „Warum Geld in einen Immobilienmakler investieren, wenn der Mehrwert der Maklerdienstleistung nicht ersichtlich ist? Mein Haus wird sich in kurzer Zeit wie von selbst verkaufen und den Rest schaffe ich alleine.“ Doch ohne das entsprechende Hintergrundwissen und eine präzise Planung können einige kostspielige Fallstricke auf den unvorbereiteten Verkäufer warten. Damit Ihr Hausverkauf in kürzester Zeit und zu Ihrem Wunschpreis vonstattengeht, gilt es sieben goldene Regeln zu beachten.

 

1. Zufälle passieren, präzise Planung ist besser!

Einen Verkaufspreis grob schätzen, auf die Schnelle ein paar Handyfotos und Infos für die Anzeige zusammentragen, alles online stellen und erstmal abwarten. Ganz nach dem Motto: Man kann ja immer noch mit dem Preis runtergehen. Mit dieser Einstellung werden Sie höchstwahrscheinlich auch in Zeiten wie diesen, in denen sich vermeintlich „alles“ verkaufen lässt, keinen ernsthaft interessierten Käufer, der gut informiert über einen langen Zeitraum den Markt beobachtet, ansprechen. Ein zäher Vertriebsprozess, der regelmäßig im Verkauf weitaus unter Wunschpreis endet, ist Ihnen sicher.

Stellen Sie einen Plan auf, BEVOR die Anzeige veröffentlicht wird!

  • Holen Sie Informationen zum lokalen Immobilienmarkt und der Preisentwicklung ein.
  • Stellen Sie alle Dokumente, Informationen und Pläne Ihrer Immobilie zusammen.
  • Bereiten Sie Ihre Immobilie optisch bestmöglich für den Verkauf vor.
  • Planen Sie ausreichend Zeit für die Kommunikation mit den Interessenten ein!

2. Richtig eingewertet oder schon verbrannt?

Viele Immobilienbesitzer gehen bei der Einwertung ihres selbstbewohnten Hauses sehr emotional vor. Sie gehen von dem ursprünglich selbst bezahlten Kaufpreis aus, addieren die Kosten für getätigte Renovierungsmaßnahmen, legen noch ein bisschen als eigenen Gewinn oben drauf und hoffen, dass sie diese Summe beim Verkauf wieder herausbekommen. Zur Ermittlung eines realistischen Verkaufspreises benötigt man allerdings fundiertes Wissen was die Bausubstanz anbetrifft sowie ausreichende Kenntnisse hinsichtlich der lokalen Preisentwicklung. Dies erfordert in den meisten Fällen mehrjährige Erfahrung.

 

Erfahrungsgemäß werden Immobilien, die mit einem unrealistisch hohen Verkaufspreis auf den Markt gehen, letzten Endes weit unter Wunschpreis verkauft. Dies liegt daran, dass gut informierte Interessenten über einen langen Zeitraum den Markt beobachten. Wenn Sie also mit Ihrer überteuerten Immobilie auf den Markt gehen und Stück für Stück den Preis reduzieren, sucht jeder potentielle Käufer zwangsläufig nach dem berühmten Haken und nimmt von einer Ankaufsanfrage Abstand. Von Anfang an marktgerecht eingewertete Immobilien erreichen daher in der Regel schlussendlich höhere Verkaufspreise.

 

Um sich vorab einen ersten Überblick über die Immobilienverkäufe in der Region zu verschaffen, können Sie beim Gutachterausschuss (in Büdingen für den Main-Kinzig-Kreis) eine Kaufpreissammlung aller Verkäufe des letzten Kalenderjahres anfragen. Auf Basis dieser Kaufpreissammlung können Sie eine erste grobe Einschätzung, in welchem Preissegment Sie mit Ihrer Immobilie liegen, treffen. Viele private Verkäufer orientieren sich bei der Kaufpreisfindung gerne an Immobilien, die auf populären Online-Portalen wie ImmoWelt oder Immoscout zu finden sind. Diese Vorgehensweise ist nicht empfehlenswert, da die dort eingestellten Immobilien überteuert sind und Sie nicht wissen können, wie lange sie schon auf dem Markt angeboten werden. Was letzten Endes zählt, ist lediglich der Verkaufspreis und den erhalten Sie nur beim Gutachterausschuss:

https://hvbg.hessen.de/immobilienwerte

Sie haben viele Informationen eingeholt, sich beratschlagt und fühlen Sie sich dennoch unsicher, einen verlässlichen und objektiven Preis zu ermitteln? In diesem Fall ist die Investition in die Dienstleistung eines Marktkenners, wie Gutachters oder Immobilienberaters, sehr zu empfehlen. Mit einem zu hoch angesetzten Verkaufspreis riskieren Sie einen sehr langsamen und zähen Verkaufsprozess, der erfahrungsgemäß immer in leidigen Preisverhandlungen endet. Bei erfolglosen Verkaufsbemühungen, die sich über mehrere Monate hinziehen, spricht man von einer „verbrannten Immobilie“. Der Verkauf einer verbrannten Immobilie lässt sich nur noch über sehr hohe Preisnachlässe realisieren, da Interessenten zuerst immer die Nachteile der Immobilie betonen.

3. Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler.

Das Auge ist wohl das wichtigste Sinnesorgan des Menschen. Die visuelle Wahrnehmung beeinflusst uns bei allen (Kauf-)Entscheidungen, die wir im Laufe unseres Lebens treffen. Schöne Dinge ziehen uns an, begeistern uns, erzeugen ein „Möchte-ich-haben-Gefühl“. Ist das „Möchte-ich-haben-Gefühl“ erstmal ausgelöst, werden sämtliche rationale Bedenken (zu teuer, unpraktisch, unnötig, …) beiseitegeschoben. Der Weg zum emotional geladenen Kauf aus dem Bauch heraus ist frei!

Bei der Immobilienpräsentation und dem Immobilienverkauf ist dieses Phänomen genauso anwendbar. Kein potentieller Käufer möchte eine Immobilie erwerben, die bereits auf den Fotos unvorteilhaft dargestellt ist. Die wenigsten Menschen haben zudem so viel Fantasie, dass sie das wahre Potential eines Hauses erkennen, geschweige denn die Raumgröße richtig einschätzen können.

 

Bevor Sie Ihre Immobilie auf dem Markt anbieten, bereiten Sie sie daher optimal für den Verkauf vor:

  • Wenn Sie Ihr Auto zum bestmöglichen Preis verkaufen möchten, fahren Sie vorher zur Automobilpflege und investieren in eine umfassende Reinigung. Gehen Sie beim Immobilienverkauf mit der gleichen Gründlichkeit vor, denn Sauberkeit punktet!
  • Räumen Sie alle Zimmer und ggfs. den Garten vor jeder Besichtigung auf! Entfernen Sie persönliche Gegenstände, die die potentielle Käuferschaft während der Besichtigung ablenken könnten. Im Fachjargon spricht man von „entpersonalisieren“.
  • Investieren Sie etwas Geld und beseitigen Sie die größten optischen Mängel, wie z B. bunt gestrichene Wände oder abgetretene Bodenbeläge. Eine frisch gestrichene weiße Wand macht den Raum optisch größer und wirkt gepflegt. Durch die Wahl von neutralen Wandfarben erreichen Sie die größtmögliche Käuferzielgruppe. Nicht zuletzt lässt der Geruch von frischer Farbe beim Käufer das „Neu-Gefühl“ erwachen.
  • Entfernen Sie sehr alte oder individuelle Möbelstücke. Der Raum wirkt größer, wenn er nicht randvollgestellt ist, und dem Interessenten wird die Möglichkeit gegeben, sich zu fragen, wie und wo eigene Möbelstücke platziert werden könnten.
  • Eine leere Immobilie ohne Möbel wirkt kalt und gesichtslos. Falls Ihre Immobilie leer stehen sollte, bestücken Sie sie mit einigen (neutralen, zielgruppengerechten) Möbelstücken. Durch den geschickten Einsatz von Möbeln und Accessoires lassen sich beim Käufer Emotionen erzeugen und wer emotional berührt wird, kauft leichter.
  • Fotografieren Sie Ihre Immobilie wie ein professioneller Werbefotograf! Es geht nicht darum, einfach nur Bilder zu machen, sondern vielmehr um die bildhafte Übermittlung eines Gefühls, einer Atmosphäre. Überlegen Sie daher, wo sich die Schokoladenseite Ihres Hauses befindet, und setzen Sie diese optimal in Szene. Mit einem Weitwinkelobjektiv können Sie zudem die Gesamtheit eines Raumes erfassen. Professionelle Immobilienfotografen unterstützen Sie hierbei gerne.
  • Führen Sie die Besichtigungstermine bei Tageslicht durch, wenn ideale Lichtverhältnisse herrschen. Lüften Sie vorher gut durch und schaffen Sie eine angenehme Raumtemperatur.
  • Erstellen Sie ein ansprechendes und umfassendes Exposé, das alle Fotos, Pläne, Dokumente und Informationen rund um die Immobilie erhält. Ihr Käufer wird Ihnen die Vollständigkeit der Unterlagen danken, da er diese zur Vorlage bei seiner Bank zwecks Darlehensanfrage benötigt. Lassen Sie sich bei der Erstellung von professionell aufgestellten Marketingagenturen beraten.

 

Wichtige Unterlagen, die Sie für den Verkauf benötigen:

  • Pläne der Immobilie (Bauantragspläne)
  • Lageplan
  • Energieausweis inkl. Gas-/Ölrechnungen der letzten drei Jahre
  • aktueller Grundbuchauszug (nicht älter als drei Monate)
  • Auszug aus Baulastenverzeichnis
  • Wohnflächenberechnung
  • Nachweis Wohngebäudeversicherung
  • Liste über mögliche Renovierungsmaßnahmen in der Vergangenheit, bestenfalls mit Rechnungen dokumentieren
  • Bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung, Hausordnung, letzte drei Protokolle Eigentümerversammlungen, Hausverwaltervertrag, Wirtschaftsplan, Rücklagenkonto
  • Grundsteuerbescheid

4. Ein Klick und schon verkauft? – Die Vermarktung

Vor allem, wenn es sich bei Ihrer Käuferzielgruppe um junge Leute oder junge Familien handelt, nutzen Sie Online-Portale wie Immobilienscout24, Immonet, Immowelt, etc. Auch ebay Kleinanzeigen wird zur Vermarktung von Immobilien immer beliebter. Stellen Sie Ihre Immobilie in mind. drei bis vier Portalen online. Falls Ihre Zielgruppe eher in der höheren Altersklasse anzutreffen ist, schalten Sie zusätzlich Printanzeigen im Immobilienteil Ihrer Lokalzeitung(en). Zusätzlich lohnt es sich, im Garten oder Fenster des zum Verkauf stehenden Hauses ein ansprechend gestaltetes, aussagekräftiges Verkaufsschild zu installieren, um im direkten Umkreis des Hauses möglichst viele Interessenten anzusprechen. Lassen Sie sich bei der Erstellung von professionell aufgestellten Marketingagenturen beraten. Nichtsdestotrotz sollten Sie darüber hinaus in Ihrem Freundes- und Kollegenkreis möglichst vielen von Ihren Verkaufsabsichten berichten. Empfehlungsmarketing ist nach wie vor ein sehr effizientes und gleichzeitig kostenloses Vermarktungswerkzeug.

 

Bleiben Sie bei der Wahrheit! Falsche Angaben im Exposé, insbesondere was die Wohnfläche oder versteckte Mängel anbetreffen, sorgen für Misstrauen bei der Käuferschaft und könne im Zweifelsfall zur Rückabwicklung des Kaufvertrags führen.

5. Die Kommunikation – Der direkte Draht zu Ihrem Käufer

Wenn Sie bis hierhin alles richtig gemacht haben, wird Ihre Immobilie großen Anklang finden. Sobald Ihre Online- und/oder Printanzeigen geschaltet sind, sollten Sie sich daher ausreichend Zeit für das Entgegennehmen von Telefonanrufen und Beantworten von Emails nehmen. Das Stichwort hierbei lautet: Transparenz! Beschönigen und verstecken Sie nichts! Beantworten Sie ehrlich alle aufkommenden Anfragen und machen sich am Besten schon im Vorfeld Gedanken darüber, welche Fragen man Ihnen stellen könnte. Auch Sie sollten den Interessenten Fragen stellen und schon am Telefon eine Art Vorauswahl durchführen! Ziel ist es, möglichst wenige Personen, dafür aber die „richtigen“ mit echten Kaufabsichten zur Hausbesichtigung einzuladen. Beim Besichtigungstermin gehen Sie genauso vor wie schon zuvor am Telefon. Planen Sie ausreichend Zeit ein und seien Sie gut vorbereitet. Halten Sie sich mit Anekdoten und persönlichen Geschichten rund um Ihr Haus zurück. Lassen Sie vielmehr Ihren „Kunden“ die Möglichkeit, die Immobilie in Ruhe auf sich wirken zu lassen. Sie werden sehen: Wenn Sie sämtliche Punkte während der Vorbereitungsphase erfüllt haben, werden Sie gar nicht viele Worte brauchen!

 

Tipp: Um zu vermeiden, dass bei den Interessenten der Gedanke aufkommen könnte, Sie könnten es mit dem Verkauf nicht ernst meinen, richten Sie von Anfang an eine Mailbox ein, die Telefonanfragen aufnimmt, falls Sie persönlich verhindert sein sollten. Dass Sie im Anschluss kurzfristig zurückrufen, sollte selbstverständlich sein. Haben Sie immer im Hinterkopf, dass IHR Käufer unter den Interessenten sein könnte.

6. Geschafft – Der Kaufvertrag

Jeder Kaufvertrag muss in Deutschland von einem Notar beglaubigt werden. Der Notar übernimmt die Vertragsgestaltung und die Änderungen im Grundbuch. Individuelle Verkaufsdetails und mündliche Absprachen müssen jeweils vom Verkäufer als auch Käufer in den Vertrag aufgenommen werden. Bei komplizierteren Vertragsgestaltungen empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Fachanwalt. Ein Notar ist nicht der „wirtschaftliche Berater“ der Vertragsparteien. Er hat lediglich eine behördenähnliche Funktion. In jedem Fall sollten Sie vor dem Notartermin den Kaufvertragsentwurf gewissenhaft prüfen (lassen).

Haben Sie bis zum Schluss durchgehalten und es tatsächlich zum erfolgreichen Verkauf Ihrer Immobilie zum Wunschpreis geschafft? Herzlichen Glückwunsch! Sie gehören zu den wenigen, die mit dem richtigen Zeitmanagement, einer sehr gut strukturierten Vorbereitung und Planung sowie der zwingend notwenigen Bereitschaft was die Aneignung von essentiellen Fachkenntnissen betrifft, durchgehalten haben! Allen anderen sei der Gang zu einer professionellen Immobilienagentur oder einem kompetenten Immobilienmakler geraten – denn es geht um Ihr Vermögen!

Serviced Apartments

Ein kurzfristiger Nischen-Trend oder ein neues Vermietungskonzept?

Nicht nur in den pulsierenden Großstädten, auch in ländlicheren Gebieten, wird Wohnraum ein immer gefragteres Gut. Die Weltbevölkerung wächst, die Lebenserwartung steigt und gleichzeitig nimmt der Flächenverbrauch pro Person fortlaufend zu. Durch die zunehmende Mobilität und Flexibilität der Menschen, ob in der Arbeitswelt oder im Tourismus, nimmt zudem die Nachfrage nach „Wohnungen auf Zeit“ kontinuierlich zu.

Neben der Nachverdichtung, Aufstockung oder der Neubauausweisung liegt in der Umnutzung von Immobilien einer der Lösungsansätze. Hotel war gestern – heute bucht man ein Serviced Apartment.

Bis lang galt dieser Trend als Nischenprodukt auf dem Immobilienmarkt, doch immer mehr private Vermieter als auch Investoren folgen der Bewegung und bedienen den steigenden Bedarf. Die Anzahl an Serviced Apartments-Projekten ist daher in den letzten Jahren stark gewachsen – Tendenz steigend.

 

Was versteht man unter Serviced Apartments?

  • Die Kombination macht’s!

Serviced Apartments sind möblierte Wohnungen oder Häuser, die insbesondere auf die Anliegen von Geschäftsreisenden, wie Expats, Wochenendpendlern oder Langzeittouristen ausgerichtet sind. Um den größtmöglichen Wohnkomfort in einer fremden Umgebung generieren zu können, liegt der Unterschied zum klassischen Hotelzimmer vor allem in der Ausstattung und der Größe der Zimmer, sowie den zusätzlich buchbaren Service-Paketen.

Wer eine voll eingerichtete Wohnung auf Zeit in Anspruch nimmt, möchte einzig mit seinem Koffer einziehen und sich sofort zu Hause fühlen. Insbesondere durch die Möglichkeit, sich selbst versorgen zu können, entsteht für Kunden von Services Apartments schnell das Gefühl von Privatheit, das gerade Langzeitreisende in anonymen Hotels auf Dauer vermissen.

In der Regel sind Serviced Apartments schon ab einer kurzen Aufenthaltsdauer von vier Wochen bis zu mehreren Monaten buchbar. Alle Annehmlichkeiten, die ein Hotel bietet, sind im Mietpaket der Serviced Apartments dennoch inkludiert oder individuell zusammenstellbar.

 

Wer nutzt Serviced Apartments?

  • Mehr als ein Gast, weniger als ein autonomer Bewohner

In einer immer komplexeren Arbeitswelt, die häufig mit einer ausgeprägten Reisebereitschaft verbunden ist, stehen regelmäßige Ortswechsel auf der Tagesordnung. Nicht nur Diplomaten oder Unternehmensberater sind berufsbedingt sehr häufig unterwegs. Auch Zeitarbeiter, Praktikanten, Handwerker oder Vertriebler müssen oft über mehrere Wochen aus dem Koffer leben. Oftmals ist zudem ein Jobwechsel mit einem Umzug an einen neuen Standort verbunden; das gilt mittlerweile nicht mehr nur für Führungskräfte. Ein Hotel-Aufenthalt ist bei Langzeitbuchungen zwischen zwei Wochen und mehreren Monaten nicht zufriedenstellend. Schon nach wenigen Tagen kommen bei den meisten Kunden der Wunsch nach einem Mindestmaß an Privatsphäre und Autonomie auf. Wünsche, die ein reiner Hotel-Service nicht bedienen kann. In Ballungsgebieten, in denen viele Großkonzerne angesiedelt sind, mieten die Unternehmen daher gesamte Kontingente an „Wohnungen auf Zeit“. Für diese neu aufkommende Zielgruppe ist das innovative und flexible Konzept der Serviced Apartments ideal zugeschnitten.

 

Die Ausstattung im Detail:

Zeitgemäß eingerichteter Wohn-/Schlafbereich

Voll ausgestattete Küche

Bereitstellung aller Küchen- und Badutensilien

Modernes Bad

Schreibtisch

W-LAN

Waschmaschine/Trockner

Handtuch-/ Bettwäsche-Service

Wöchentlichen Zimmerreinigung

Wäsche-/Bügel-Service

Teilweise Concierge

 

Welche Alternativen gibt es neben Serviced Apartments und Hotelzimmer?

Im Vergleich zu einem klassischen Hotelzimmer sind Serviced Apartements um einiges günstiger, dennoch hat auch diese Wohnform ihren Preis. Wer eine erschwinglichere Alternative sucht, für den sind möblierte Wohnungen, ohne die zusätzlich buchbaren Services, ein idealer Kompromiss.

Neben langfristigen Vermietungsverträgen im klassischen Sinn setzen daher immer mehr private als auch gewerbliche Vermieter auf Kurzzeitverträge. Voraussetzung dafür sind eine zeitgemäße Zimmeraufteilung, ein angesagtes Möblierungskonzept und aktuelle Ausstattung der Immobilie. Vermietungsleerstände können so vermieden, die Rentabilität gesteigert und die Nachfrage auf dem immer schneller rotierenden Immobilienmarkt gesättigt werden.

 

Wie steht es um Ihre Immobilie?

  • Vermieten Sie noch oder verdienen Sie schon?

Haben auch Sie eine „Problemimmobilie“, die mit einer bescheidenen Rentabilität oder vielleicht sogar Leerständen zu kämpfen hat? Wollen Sie aus Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung wieder ein wirtschaftlich florierendes System entwickeln und fragen sich, welche Umsetzungsmöglichkeiten es gibt? Entwickeln Sie ein Vermietungskonzept, das auf Ihre Zielgruppe abgestimmt ist

und gleichzeitig die maximale Rendite im Fokus hat – denn Ihr Vermietungserfolg hängt von der Präsentation Ihrer Immobilie für ihre Nutzer ab.

Das Baukindergeld

Unterstützung für junge Familien

Das Baukindergeld wurde von der Bundesregierung eingeführt, um junge Familien mit Kindern dabei zu unterstützen, den Traum vom eigenen Haus leichter realisieren zu können. In Form einer jährlichen Finanzspritze wird die Förderung von der KfW-Bank gemeinsam mit dem Bundesministerium des Innern für Bau und Heimat angeboten. Erfüllt man als Antragsteller die Voraussetzungen, profitiert man über einen Zeitraum von zehn Jahren von dem Zuschuss. Die individuelle Situation des Bewerbers am Tag der Einreichung entscheidet über die Höhe des Zuschusses.

Erfüllen Sie die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Antragstellung?

  • In Ihrem Haushalt lebt mind. ein Kind, das noch keine 18 Jahre alt ist (Sie erhalten 10 Jahre Baukindergeld, auch wenn der 18. Geburtstag auf den Tag nach der Antragstellung fällt.)
  • Mit einem Kind übersteigt Ihr durchschnittliches Haushaltseinkommen nicht 90.000,00 € (ausschlaggebend sind die letzten beiden Einkommenssteuerbescheide)
  • Für jedes weitere Kind bekommen Sie zusätzlich 15.000,00€ (Die Anzahl der Kinder ist unbegrenzt)
  • Das Datum des Notarvertrags oder der Baugenehmigung fällt auf einen Tag nach dem 01.01.2018
  • Sie ziehen selbst in die neue Immobilie ein
  • Neben dieser Immobilie besitzen Sie keine weiteren Immobilien
  • Ihr neues Heim liegt in Deutschland
  • Sie haben Ihren ersten Wohnsitz in Deutschland, Ihre Staatsbürgerschaft ist irrelevant

 

Die erste Hürde ist genommen!

Doch wie hoch ist der zu erwartende Zuschuss?

Anzahl

Kinder

Max. Haushalts­einkommen Zuschuss

pro Jahr

Zuschuss gesamt
in 10 Jahren
1 90.000,00 € 1.200,00 € 12.000,00 €
2 105.000,00 € 2.400,00 € 24.000,00 €
3 120.000,00 € 3.600,00 € 36.000,00 €

 

Wo beantrage ich den Zuschuss?

Der Zuschuss wird online über das Portal der KfW-Bank gestellt. Jeder Antragssteller richtet sich dort ein eigenes Online-Konto ein, über das die weitere Kommunikation stattfinden wird.

https://public.kfw.de/zuschussportal-web/

 

Halten Sie drei Nachweise für die Antragstellung bereit:

  1. Die letzten beiden Einkommenssteuerbescheide beider Partner, die zu einem Haushalt zählen. Sind Sie alleinerziehend, dann ist Ihr alleiniger Einkommenssteuerbescheid ausschlaggebend. Wenn Sie bspw. noch in 2019 einen Antrag stellen, benötigen Sie die Bescheide von 2017 und 2016.
  2. Mit der Meldebescheinigung Ihrer Gemeinde oder Stadt beweisen Sie, dass Sie und Ihr Partner sowie die in Ihrem Haushalt lebenden Kinder, die Immobilie selbst bewohnen.
  3. Mit einem aktuellen Grundbuchauszug (nicht älter als drei Monate) weisen Sie sich als Eigentümer der Immobilie aus.

 

Was passiert dann?

Nach erfolgreicher Prüfung Ihrer Angaben und Unterlagen, wird Ihnen in Ihrem persönlichen Online-Konto eine Auftragsbestätigung zugeschickt. Unter „Meine Anträge“ können Sie sämtliche Unterlagen und Dokumente, die Ihren Antrag betreffen, einsehen. Dort erfahren Sie auch, welcher Termin für die erste Auszahlung vorgesehen ist.

Aufgrund der hohen Nachfrage und der Fülle an eingehenden Anträgen, kann es während der Prüfungsphase seitens des Zuschussgebers zu Verzögerungen kommen. Sobald Sie den Antrag gestellt haben, wird das Baukindergeld für Sie bis zur endgültigen Prüfungsentscheidung reserviert, denn entscheidend ist das Datum der Antragstellung. Insgesamt stehen jedoch Bundesmittel in festgelegter Höhe zur Verfügung. Geht Ihr Antrag ein, wenn die Mittel bereits vergeben sind, gehen Sie leer aus.

 

Was passiert, wenn ich ausziehe?

Falls sich Ihre persönliche oder finanzielle Situation ändern sollte und Sie über einen Verkauf oder Vermietung der bezuschussten Immobilie nachdenken, bedenken Sie auch, dass Sie verpflichtet sind, die KfW-Bank als Zuschussgeber über Ihre neue Situation umgehend zu informieren. Sie werden unter Umständen nicht mehr die Förderungsbedingungen erfüllen und auf die jährliche Auszahlung des Baukindergeldes verzichten müssen.

 

Das Wichtigste zusammengefasst

Zuschuss: 12.000,00 € pro Kind (verteilt auf 10 Jahre: 1.200,00 € pro Jahr und Kind)

Immobilienart: Wohnimmobilien zum Bau oder Kauf für Eigennutzer

Antragsteller: Verheiratete, in eheähnlicher Gemeinschaft lebende Partner und Alleinerziehende mit einem Kind unter 18 Jahren

Haushaltseinkommen: 90.000,00 € mit einem Kind zuzügl. 15.000,00 € für jedes weitere Kind (105.000,00 € bei zwei Kindern)

Antragzeitraum: 01.01.2018 bis 31.12.2020

Erst einziehen, dann beantragen (während der ersten drei Monate nach Einzug durch Nachweis der Meldebescheinigung der Gemeinde)

Zuschussgeber: KfW-Bank

Eine stabile Finanzierung

Ihr Schlüssel zum Eigenheim

Das Baukindergeld ist als reiner Zuschuss, als Sahnehäubchen auf Ihrem Eisbecher zu verstehen. Damit Sie das Darlehen bei Ihrer finanzierenden Bank regelmäßig bedienen können, ist von Anfang an auf eine stabile und funktionierende Finanzierung zu achten. Eine Prüfung, ob und in welcher Höhe Sie zuschussberechtigt sind, kann erst nach Ihrem Einzug in Ihr neues Heim vorgenommen werden. Aufgrund dieser Unsicherheit kann der Zuschuss nicht in die Finanzierung einfließen.

Neben dem Baukindergeld gibt es im Rahmen von Umbau-und/oder Sanierungsmaßnahmen noch eine Reihe weiterer KfW-Zuschussmöglichkeiten, die Sie beantragen können. Für diese Produkte stellen Sie den Antrag im Gegensatz zum Baukindergeld, bevor Sie bauen, kaufen oder sanieren.

Um sich in der Fülle an Informationen zurecht zu finden, ist es durchaus hilfreich, sich an einen Experten zu wenden, der Sie auf dem Weg durch den Bürokratie-Dschungel begleitet.

Quelle:

https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Neubau/F%C3%B6rderprodukte/Baukindergeld-(424)/

Digitalisierung der Immobilienwirtschaft

Virtual reality – Immobilienbesichtigung von morgen schon heute

Können Sie sich anhand von zweidimensionalen Bauplänen ein noch nicht fertiggestelltes Gebäude vor Ihrem inneren Auge vorstellen? Darin umherspazieren, so als würden Sie es wie Ihre Westentasche in- und auswendigkennen? Ja? Glückwunsch – damit gehören Sie zu einer kleinen Minderheit der Bevölkerung. Nein? Machen Sie sich nichts daraus! So ergeht es ca. 90% der Menschen.

Heutzutage ist die Digitalisierung der Immobilienbranche so weit fortgeschritten, dass ein Mangel an Vorstellungsvermögen beim Bau, Kauf oder Verkauf einer Immobilie kein Hindernis mehr darstellt.

 

Nur ein Kunde, der versteht, was er sieht, baut Vertrauen auf.

Zu den wichtigsten Aufgaben von Projektentwicklern, Architekten und Maklern gehört es, ihre Projekte ansprechend und verständlich aufzubereiten, um ihren Kunden ein präzises, umfassendes Bild der geplanten und/oder zum Verkauf stehenden Häuser zu vermitteln.

Dies gilt umso mehr für sanierungsbedürftige oder nicht fertiggestellte Bauvorhaben, die sich noch in der Planungs- oder Bauphase befinden. Eine in den höchsten Tönen beschriebene Immobilie, bei der sämtliche Besonderheiten blumig ausgeschmückt und jeder Baufortschritt akribisch textlich festgehalten wird – Ist dies ausreichend, um sich einen aussagekräftigen Eindruck des anvisierten Objektes zu machen? Führt dies zu einem Besichtigungstermin, der bestenfalls in einer Kaufentscheidung endet? Dies ist äußerst fraglich. Das menschliche Gehirn kann sich den Geschmack von Speisen durch das bloße Lesen von Kochbüchern auch nicht vorstellen. Jeder Interessent bildet sich daher sein eignes, persönliches Bild der Immobilie im Kopf – jedes davon ist unterschiedlich ist. Ein Nährboden für Missverständnisse, Unzufriedenheit und letzten Endes Kaufzurückhaltung wird gelegt.

Dank der fortschreitenden Digitalisierung der Immobilienbranche kann einer breiten Käuferschaft die Erlebbarkeit eines Gebäudes zugänglich gemacht werden. Projektentwickler, Bauträger und Immobilienmakler, die den Gang der Zeit nicht verschlafen haben, setzten bereits auf diese moderne Technik, um ihre Objekte angemessen und präzise zu bewerben.

Falls Sie über einen Verkauf Ihrer Immobilie nachdenken, fragen Sie bei der Auswahl Ihrer Immobilienagentur explizit nach den verwendeten Marketingwerkzeugen, wie z. B. virtual reality. Dies kann die Länge der Vertriebsphase und den Kaufpreis entscheidend beeinflussen.

 

Räume emotional erlebbar machen

In einer virtuellen Welt erleben Sie Ihre Traumimmobilie zum ersten Mal von zu Hause aus. Machen Sie es sich auf dem Sofa bequem und lassen Sie sich von der neuen Form der Immobilienbegehung überzeugen. Dies kann mit der VR-Brille oder schlichtweg Ihrem privaten Tablet oder PC passieren. Treten Sie ein, bewegen Sie sich ungezwungen, wechseln Sie mal die Perspektive, erfassen Sie die die Raumgröße und betrachten Sie Ausstattungsmerkmale, die Sie näher interessieren, genauer. All das ist möglich! Selbst der prüfende Blick aus dem Fenster gleicht einer realistischen Aussicht. Sind Sie begeistert, ist es die Liebe auf den ersten Blick und Ihre Neugier, die Immobilie persönlich erleben zu können, ist geweckt? Virtual reality hat somit seine Funktion erfüllt, nämlich Ihnen als potentiellen Kunden ein umfassendes und wirklichkeitsnahes Bild des Gebäudes zu liefern sowie Ihre Vorstellungskraft und Fantasie anzuregen. Zeitschluckende Besichtigungstermine und harte Enttäuschungen können dadurch vermieden werden. Denn nichts ist schlimmer als mit Vorfreude zur Immobilienbesichtigung zu fahren, um schon beim Betreten des Hauses am Liebsten wieder umdrehen zu wollen.

 

Kostbare Zeit und Nerven sparen

Gefällt die Aussicht nicht? Entspricht die Raumaufteilung nicht Ihren Vorstellungen oder ist der Bodenbelag nicht nach Ihrem Geschmack? Auch da hat VR das erfüllt, was es soll, nämlich Sie als mögliche Käuferschaft sorgfältig zu informieren. Durch die frühe Einsicht, dass es sich bei dem auserwählten Haus nicht um Ihre Traumimmobilie handelt, sparen Sie sich womöglich einen frustrierenden (reellen) Besichtigungstermin und Ihre kostbare Zeit obendrein. Nutzen Sie die neu gewonnenen Stunden lieber für die weitere Suche nach Ihrem wahren Traumhaus!

 

Mehrwert für beide Seiten

Die Vorteile für beide Seiten, nämlich käufer- als auch verkäuferseits, liegen klar auf der Hand. Während bei dem Käufer der Fokus auf einer umfassenden und wirklichkeitsgetreuen Immobilienpräsentation liegt, stehen für den Verkäufer Themen wie kurze Vertriebszeiten sowie Vermeidung von Kaufpreisverhandlungen im Vordergrund. Beide Seiten profitieren davon, dass unnötige Besichtigungstermine im Vorfeld reduziert werden könne. Insbesondere die Verkäufer fühlen sich von nicht enden wollen Besichtigungsterminen schnell gestört, vorausgesetzt sie wohnen nach wie vor in der zum Verkauf stehenden Immobilie.

Zusammenfassend kann man sagen, dass beide Parteien beim Kauf oder Verkauf einer Immobilie durch gezielte Marketingmaßnahmen nur gewinnen können, wobei virtual reality ein Beispiel von vielen ist.

 

Was bedeutet Virtual Reality?

Um den Begriff „Virtual reality“ anschaulich zu erläutern, sollte man zunächst die beiden Wörter „virtual“ und „reality“ getrennt voneinander betrachten. „Virtual“ kommt aus dem englischen und bedeutet „virtuell“, „nicht echt“ bzw. „scheinbar“. Das Wort „reality“, ebenfalls aus dem englischen, bedeutet übersetzt Realität und beschreibt, vereinfacht ausgedrückt, die „Wirklichkeit”, die (physisch) reale Welt, in die man hineingeboren wird und die durch Sinneseindrücke wahrnehmbar ist. Zusammenfassend bedeutet der Begriff „virtual reality“ daher die Wahrnehmung der virtuellen Welt, die nicht real, jedoch in ihrer Wirkung real erlebbar ist.

Die seniorengerechte Immobilie

Ist unsere Immobilie noch altersgerecht?
Können wir dort unseren Lebensabend verbringen? Werden wir unser selbstbestimmtes Leben fortführen können, falls wir irgendwann auf einen Rollator oder sogar Rollstuhl angewiesen sein sollten? Ist es uns finanziell möglich, die anstehenden Instandsetzungs- und Instandhaltungsmaßnahmen zu tragen. Wer bezahlt außerdem die stetig steigenden Nebenkosten? Und vor allem, wer putzt die vielen ungenutzten Räume?

Diese und andere Fragen stellen sich viele ältere Bewohner, die oftmals schmerzlich erkennen müssen, dass das über Jahrzehnte liebgewonnene Eigenheim nicht mehr den aktuellen Anforderungen entspricht.

Der Weg in die altersgerechte Immobilie, ob durch Umbaumaßnahmen oder einen Umzug, ist in den meisten Fällen ein langdauernder Prozess. Erinnerungen aus früheren Tagen und dadurch emotionale Verbundenheit an das Haus, erschweren das Realisieren und Akzeptieren des Älterwerdens.

Oberstes Ziel sollte dennoch immer sein, die Lebensqualität auch im Alter beizubehalten, wenn nicht sogar zu steigern. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Situation ist daher als eine Investition in sich selbst zu verstehen.

Um dabei eine größtmögliche emotionale Distanz zu schaffen, gehen Sie bei Ihrer Analyse systematisch vor. Auch hilft es, sich Unterstützung von einer außenstehenden Person zu holen.

 

GRÖSSE
Das Nest ist leer – Was machen wir mit der ungenutzten Fläche?

Oftmals ist das Haus nach dem Auszug der eigenen Kinder viel zu groß. Das „Empty nest“-Syndrom, von dem vorrangig Frauen ab 55 Jahren betroffen sind, macht sich breit. Die früheren Kinderzimmer stehen leer und werden nicht mehr benötigt. Dennoch muss die ungenutzte Fläche unterhalten werden, was sich in den Nebenkosten und Kosten für Instandhaltung, Reparaturen und nicht zuletzt einem zusätzlichen Arbeitsaufwand durch Sauberhalten widerspiegelt.

  • Überlegen Sie genau, wieviel Platz Sie wirklich benötigen und ob die Raumgröße noch Ihren Anforderungen entspricht?
  • Wie oft betreten Sie die ungenutzten Räume – oder ist es tatsächlich nur, um sie sauber zu halten?
  • Wie oft pro Jahr bekommen Sie Übernachtungsbesuch? Ist für diese seltenen Fälle eine Ferienwohnung oder ein Hotel evtl. eine Alternative?

 

GARTEN
Macht er noch Freude oder wird er zur Belastung?

Rauschende Gartenfeste, die Umfunktionierung zum Fußballplatz für die Kinder, das ergiebige Gemüsebeet – all das gehört der Vergangenheit an. Anstatt sich daran zu erfreuen, wird der Garten, im Speziellen die damit verbundene Arbeit, immer mehr zu einer lästigen, wenn nicht sogar nicht bewältigbaren Aufgabe. Zur Gartenarbeit und der allgemeinen Pflege der Außenanlage kommen in den Wintermonaten die Schneeräum- und Streupflichten hinzu.

  • Stellen Sie sich die Frage, ob Sie Ihren Garten noch genießen können oder ob er inzwischen vielmehr zur leidigen Pflicht geworden ist?
  • Denken Sie darüber nach, möglichst viele Arbeiten zu automatisieren, wie z. B. durch einen Mähroboter oder ein Bewässerungssystem.
  • Engagieren Sie einen Gärtner- und/oder Hausmeisterdienst – evtl. gemeinsam mit Ihren Nachbarn, um Kosten zu sparen.

 

REPARATUREN
Je älter das Haus, desto höher die Rechnung.

In den 60er/70er Jahren war das neu erworbene Eigenheim der ganze Stolz. Mittlerweile ist das Haus in die Jahre gekommen, die Lebensdauer von einzelnen Gewerken ist erschöpft oder sogar längst überschritten. Notwendige und unter Umständen sehr teure Reparaturen stehen an.

  • Bilden Sie von Anfang an Rücklagen: Ca. 0,50 € – 1,20 € pro m² Wohnfläche sind monatlich mindestens empfehlenswert (Abhängig vom Alter und Zustand des Hauses.)
  • Schließen Sie Wartungsverträge für regelmäßige Dach- und Heizungsinspektionen ab, um sich vor unerwarteten Reparaturen zu schützen.
  • Entfernen Sie jeden Herbst das Laub aus Ihrer Dachrinne und lassen Sie Laubschutzgitter montieren, um zu verhindern, dass das Regenwasser an der Fassade herunterläuft.
  • Kalkulieren Sie, ob Sie im Ernstfall beispielweise den Austausch der Heizungsanlage oder eine Dachsanierung finanziell meistern könnten.

 

TREPPEN, SCHWELLEN, BADEWANNE
Das Haus wird zum Hindernislauf

Früher, in jungen Jahren, hat man daran keinen Gedanken verschwendet. Heute überlegt man zweimal, bevor man aus dem Keller wieder nach oben geht, um ja nicht zweimal gehen zu müssen. Treppensteigen wird zur kräftezehrenden Anstrengung.

Jeder hat ein Recht auf ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben. Doch wie soll das in einer Immobilie möglich sein, die nicht Ihren Anforderungen des Alters entspricht.

Prüfen Sie anhand einer Liste, ob Ihr Haus für das Alter geeignet ist:

  • Schwellenfreier Zugang zu Hauseingangs- und Terrassentür vorhanden?
  • Ausbau einer Rampe vor der Hauseingangstür möglich?
  • Türbreite für Rollator und/oder Rollstuhl ausreichend?
  • Rutschfeste Bodenbelege, insbesondere im Bad vorhanden?
  • Einbau einer bodentiefen Dusche möglich?
  • Anbringung eines zweiten Handlaufs an Treppe möglich?
  • Unkomplizierte Nachrüstung eines Treppenlifts möglich?
  • Räume vor allem das Bad groß genug, um sich dort mit einem Rollstuhl zu bewegen?
  • Bad- und Küchenobjekte unterfahrbar?
  • Herabfahrbare Küchenoberschränke?
  • Wendemöglichkeiten in regelmäßigen Abständen im Haus und auf der Außenanlage?
  • Helle Beleuchtung vorhanden?
  • Genügend Steckdosen (elektrischer Rollstuhl) vorhanden?
  • Grundriss-Optimierung möglich?

Lassen Sie sich anschließend von einem Experten umfassend beraten, ob und welche Umbaumaßnahmen möglich und sinnvoll sind. Wenn in Ihrem Fall ein Umbau finanziell in keinem gesunden Kosten-Nutzen-Verhältnis stehen sollte, ist es unter Umständen sinnvoll, über einen Umzug nachzudenken. Achten Sie bei Ihrer Recherche nach einer barrierefreien/rollstuhlgerechten Immobilie darauf, dass sie Ihren gewachsenen Anforderungen entspricht. Nehmen Sie bei der Objektbesichtigung Ihre selbst erstellte Liste zur Hand, um keine wichtigen Punkte zu vergessen. Falls Sie unsicher sind, lassen Sie sich von einem Experten begleiten.

Sollte sich herausstellen, dass Ihre aktuelle Immobilie umbaufähig ist, lassen Sie sich nicht von dem Kostenaufwand abschrecken. Es gibt Förderungsmöglichkeiten, wie z. B. von der KfW-Bank „Altersgerecht Umbauten – Barrierereduzierung“, die einen Teil der Kosten abdecken. Grundsätzlich empfehlenswert ist, notwendige Umbaumaßnahmen vorausschauend zu planen und durchzuführen, solange man selbst noch gesund ist und diese belastende Phase leichter bewältigen kann. Vorteil ist zudem, somit länger von dem neuen Wohngefühl und der damit frisch gewonnenen Lebensqualität profitieren zu können.

 

Altersgerecht Wohnen

…der demografische Wandel ist ein weiteres, großes, gesellschaftliches Thema. So wird sich der Anteil der ab 65-Jährigen bis 2030 auf 29 % erhöhen (2008 rund 20 %). Im Jahr 2050 wird jede/r Siebte älter als 80 Jahre sein. Es besteht daher ein zunehmender Anpassungsbedarf – bei Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen ebenso wie bei Arbeits- und Wohnmärkten.

Die Anpassung von Wohnungsbestand und Wohnumfeld an die Bedürfnisse älterer Menschen ist daher ein zentrales Anliegen der Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik der Bundesregierung. Denn der Abbau von Barrieren im Wohnungsbestand und im Wohnumfeld verbessert die Lebensqualität für Ältere, für Familien mit Kindern und für Menschen mit Behinderungen.

Quelle: www.bmi.bund.de/DE/themen/bauen-wohnen/stadt-wohnen/wohnraumfoerderung/altersgerecht-wohnen/altersgerecht-wohnen-node.html